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Zayandeh Rud - der "lebenspendende" Fluss

Der Zayandeh Rud ist das wichtigste Gewässer des Zentraliran und versorgt rund 4,5 Millionen Menschen mit Wasser. Er entsteht in der Provinz Chaharmahal-va-Bakhtiary in einem niederschlagreichen, alpinen Gebiet des Zagros-Gebirges in ca. 4.000 Metern Höhe durch den natürlichen Zusammenschluss von kleinen und großen Flüssen. Der Fluss passiert u.a. die bedeutende Stadt Isfahan, deren historische Bauten von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurden, und mündet schließlich in den Salzsee Gav Khuni, einem nach der Ramsar-Konvention international anerkannten Feuchtgebiet und wichtigem Trittstein des Vogelzuges.

Auf seinem 355 km langen Weg durchfließt der Zayandeh Rud semiaride und aride Gebiete, so dass in einem Einzugsgebiet von nur knapp 26.000 km² viele unterschiedliche klimatische und ökologische Bedingungen zu finden sind, die sowohl die Verfügbarkeit als auch die Nutzung der Wasserressourcen direkt beeinflussen.

Der Klimawandel und damit einhergehende extreme Trockenperioden haben in den letzten Jahren zu einer deutlich sinkenden Wasserverfügbarkeit geführt. Die Wasserwirtschaft im Einzugsgebiet ist außerdem von einem Spannungsfeld unterschiedlicher Interessen geprägt, das sich durch starkes Bevölkerungswachstum und industrielle Entwicklung in den letzten Jahren krisenhaft verschärft hat: Die Trinkwasserversorgung, die großen Industrieansiedlungen und die auf Bewässerung angewiesene Landwirtschaft haben alle einen hohen Wasserbedarf. Eine Strategie für eine ausgewogene, nachhaltige Wasserbewirtschaftung, mit der adäquat und flexibel sowohl auf die verschiedenen Bedarfe als auch die extremen klimatischen Veränderungen reagiert werden kann, fehlt jedoch.

Als Folge wächst das jährliche Defizit zwischen Dargebot und Nachfrage rapide, und schon heute erreicht zu wenig Wasser in schlechter Qualität die Ökosysteme von Gav Khuni. In den vergangenen Jahren fanden die Bürger Isfahans das Flussbett mehrfach vollständig ausgetrocknet vor, sogar die Zuteilung von Bewässerungswasser für die Landwirtschaft musste teilweise eingestellt werden. Die sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Folgen sind dramatisch.



Karte Einzugsgebiet